Hintergründe des Tools

Im Rahmen der Strategischen Initiative «Unternehmertum» der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW wurde von der Hochschule für Angewandte Psychologie der Entrepreneurcheck (EC) entwickelt, um Entrepreneuren ein sowohl wissenschaftlich fundiertes als auch praxistaugliches Instrument bereitzustellen und sie in ihren Gründungsaktivitäten zu unterstützen.

Das Online-Tool bietet Entrepreneuren aus zwei Perspektiven Feedback: Das erste Modul beinhaltet einen Persönlichkeitstest (EC-P), das zweite Modul fokussiert auf gesundheitsrelevantes Verhalten (EC-G).

Nachfolgend finden Sie eine kurze Zusammenfassung einiger wichtiger wissenschaftlicher Erkenntnisse unserer Arbeitsgruppe.

Modul Persönlichkeit

Das Modul «Persönlichkeit» (EC-P) operationalisiert 12 aus mehreren Metaanalysen abgeleitete erfolgsrelevante Merkmale. Diese Persönlichkeitsmerkmale wurden erstmals gemeinsam zur Vorhersage des Gründungs- und Unternehmenserfolgs von Entrepreneuren eingesetzt. Die eigenständige und inkrementelle Validität der einzelnen Merkmale wurde mittels differenzierter Kriterien aus verschiedenen Phasen der Gründung geprüft. In einer empirischen Studie mit N=244 Entrepreneuren und Entrepreneurinnen wurde deutlich, dass sich die 12 Merkmale ergänzen (multiple Regression, multiples korrigiertes R = .47) und dass sie eine differenzielle Validität für die Erfolgskriterien zeigen. Einzelne Persönlichkeitsmerkmale, wie Leistungsmotivation und Selbstwirksamkeit, erwiesen sich als kriterien- und phasenübergreifend valide. Bei der Modulentwicklung standen Entrepreneure im Fokus, ein Einsatz ist allerdings auch für Selbstständige, die nicht Entrepreneure im engeren Sinne sind, sowie für Intrapreneure möglich.

Modul Gesundheit

Im Modul «Gesund und leistungsfähig» (EC-G) wird die besondere Bedeutung der Selbstorganisation bei Entrepreneuren fokussiert. Gerade in einem stressreichen, selbstgesteuerten Arbeitsalltag ist es wichtig, neben der Arbeitserledigung auch das Risiko für interessierte Selbstgefährdung (z.B. Arbeiten im Urlaub, am Wochenende oder trotz Krankheit) im Blick zu haben sowie auf Selbstsorge zu achten, um langfristig gesund und leistungsfähig zu bleiben. Aus anderen Studien war bereits bekannt, dass Selbstständige deutlich mehr arbeiten, jedoch über eine bessere Gesundheit berichten. In einer Studie mit 244 Selbstständigen in der Schweiz konnten wir zeigen, dass langes Arbeiten und andere Aspekte der Selbstgefährdung auch bei Selbstständigen negative Effekte haben: Beispielsweise ging langes Arbeiten mit fehlendem Abschalten am Abend (r = .49), intensives Arbeiten mit Erschöpfung (r = .52) einher (N = 244).

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